Leipziger Musiker geben gefeiertes Konzert in der Marktkirche

„ … Nicht das Zurschaustellen zweifellos vorhandener Virtuosität als vielmehr das Forschen nach einer gemeinsamen Klangfarbe steht bei Ehrig und Uhlmann im Fokus. Beeindruckend die Punktgenauigkeit, mit der das Duo bei allem Einsatz von Technik agierte. Da stimmte jeder Einsatz. Die mehr als 100 Zuhörer in der Marktkirche belohnten die Leistungen der Musiker mit lang anhaltendem Applaus. …“ (Rhein-Zeitung 09.10.2017 Frank Blum)

Am 6. Oktober sind wir nach Neuwied in die Marktkirche gefahren um dort endlich unser erstes Konzert zu geben. Die Kirche war mit über 100 begeisterten Besuchern sehr gut gefüllt. Die Rhein-Zeitung berichtete folgendes:

Ehrig und Uhlmann sind mehr
Leipziger Musiker geben gefeiertes Konzert in der Marktkirche

Neuwied. „Mehr als Wir“: Der Name ist Programm. Für eine große Klangvielfalt und -fülle aus bassverstärkter Gitarre, Posaune, Flügelhorn, Glockenspiel, Melodica, Stompbox und Loopstations sorgen mit Matthias Ehrig und Andreas Uhlmann lediglich zwei Musiker. Ihre harmonisch komplexen, doch immer eingängigen Eigenkompositionen sind von Folk, Pop, vor allem aber vom Jazz geprägt. Nun traten die beiden Leipziger Musiker mit dem überraschend vollen Bandsound in der Marktkirche auf.

 

Dass Gitarrist Ehrig einst in einer Punkband spielte, ist heute nicht zu hören. Im Gegenteil: Er streichelt die ansonsten für ihren knackigen Rocksound bekannte Fender Telecaster fast wie eine spanische Gitarre, setzt mit seiner Fingerfertigkeit ein stets rhythmisch sehr präsentes Fundament, auf das Posaunist und Flügelhornspieler Uhlmann seine ausholenden Melodiebögen setzt. Gerade seinen Instrumenten verleiht die hervorragende Akustik in der Marktkirche eine prägnante Strahlkraft. Beispielhaft für die Herangehensweise des Duos ist der „Early Morning Blues“. Eine zunächst bluesferne Melodie gewinnt mittels mehrerer Loops an Fülle, der Rhythmus steigert sich, die Blue Notes schimmern plötzlich durch, Uhlmanns Posaune umgarnt den Saitenklang, rasch wechselt er zum Glockenspiel, um Ehrigs Komposition überraschende Akzente zu schenken. Neben den Eigenkompositionen der Leipziger nahm das Publikum vor allem eine der vier Coverversionen auf: David Bowies erster großer Hit „Space Oddity“ kam in verändertem Klangbild, in „lustiger Besetzung“ (Ehrig), aber sofort erkennbar daher. Damit lieferte das Duo ein Meisterstück in puncto Arrangement ab.

Nicht das Zurschaustellen zweifellos vorhandener Virtuosität als vielmehr das Forschen nach einer gemeinsamen Klangfarbe steht bei Ehrig und Uhlmann im Fokus. Beeindruckend die Punktgenauigkeit, mit der das Duo bei allem Einsatz von Technik agierte. Da stimmte jeder Einsatz. Die mehr als 100 Zuhörer in der Marktkirche belohnten die Leistungen der Musiker mit lang anhaltendem Applaus. Ehrig und Uhlmann bedankten sich mit einer Zugabe, Chilly Gonzales‘ “The Tourist“. Bleibt zu hoffen, dass die beiden Leipziger nicht nur als Touristen wieder den Weg nach Neuwied finden.

Frank Blum

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